Die drei P´s: Protection, Permission, Potency – kraftvoll und explosiv.

Die drei P´s: Protection, Permission, Potency – kraftvoll und explosiv.

Aus meiner Sicht hat die Entwicklung von Präsenz und Ausdruckskraft sehr viel mit den Orten und Menschen zu tun, an denen und mit denen wir aufgewachsen sind.

Das soziokulturelle Umfeld welches uns begegnete und die Menschen, die uns in den ersten Jahren unseres Lebens, mit ihrem jeweiligen Blick auf sich selbst, die Welt und auf uns geprägt haben.

Von einem förderlichen Rahmen kann man sprechen, wenn Umfeld und Bezugspersonen drei wichtige Faktoren zur Verfügung stellen:

Protection: Schutz

Permission: Erlaubnis

Potency: Potenz

Diese Rahmenbedingungen sind mit entscheidend dafür, wie wir in Kontakt sind mit der eigenen Stimme, unserem Atem und unserem Körper und wie wir in Kontakt mit anderen treten.

Als Kind saß ich in der Küche an einem alten selbstgezimmerten Tisch, an dem ich heute noch sitze, wenn ich schreibe und korrespondiere. Dieser Tisch ist das Zentrum meiner Kindheit gewesen. Der Ort, an dem sich drei Generationen zu den Mahlzeiten trafen und den Abend ausklingen ließen.

Die gute Stube neben an wurde nur am Sonntag betreten. An Werktagen und das waren damals auf einem Bauernhof in der Regel sechs Tage, betrat man mit seiner Arbeitskleidung nicht die gute Stube.

Nur die Küche wurde dazu genutzt. Dort, wo der Holzofen stand, es Kaffee, Milch und Saft gab und regelmäßig eine deftige Mahlzeit zubereitet wurde.

An diesem alten, über mehrere Generationen vererbten Küchentisch, saß ich als kleiner Junge mit meiner Großmutter, meinem Großvater, meiner Mutter, meinem Vater und meiner Schwester, die zwei Jahre jünger ist, als ich.

Still saß ich dort auf der Eckbank. Als Kind unter Erwachsenen galt dort das Gebot, nur dann seine Stimme zu erheben, wenn man von den Erwachsenen angesprochen wurde.

Vorlaut zu sein, galt als Ungehorsam.

Sprechend an diesem Tisch habe ich vor allem meine Großmutter erlebt. Sie saß vor Kopf und bestimmte das Geschehen. Sie verteilte oder rationierte das Essen, schenkte die Gläser ein und bestimmte auf ihre Art, diesen kargen und gleichzeitig heimeligen Ort.

Meine Mutter und meinen Vater habe ich tendenziell, wie mich selbst eben auch, still und zurückhaltend erlebt. Mit dieser ersten UR-Gruppenerfahrung trat ich hinaus in das Leben. In den Kindergarten, in die Begegnung mit gleichaltrigen und die Beziehung mit anderen Autoritäten bzw. zukünftigen Modellen und Introjekten.

Erzieherinnen und Lehrer die noch älter als meine Eltern waren, die damals schon beide um die 40zig Jahre alt waren, als ich anfing die Schule zu besuchen.

In der Grundschulzeit habe ich mich, vermutlich auf Grund meiner UR-Gruppenerfahrung in der Gegenwart von Erwachsenen ebenso verhalten, wie ich es gewohnt war. Angepasst, still und nur dann das Wort ergriffen, wenn ich gefragt wurde bzw. wenn ich aufgefordert wurde.

Ich würde mich eher als ein sehr introvertiertes Kind in der Rückschau beschreiben.

Wenn in der UR-Gruppenerfahrung noch andere zum Familiensystem dazu kamen zum Beispiel Onkel, Tanten, Verwandte erlebte ich öfter ein Erröten, in der Regel ausgelöst durch irgendeine Form von bewusster oder unbewusster Beschämung.

All die Anverwandten waren durchweg aus meiner Wahrnehmung sehr alt. Der beste Freund meines Vaters Onkel Hans, fuhr einen ockergelben Lada mit roten Ledersitzen, er war 10 Jahre älter als mein Vater.

Tante Klara, eine Diakonisse mit Häubchen, die Schwester meiner Großmutter – sie lebte längere Zeit als Diakonisse in Südamerika.

Später in Deutschland wurde sie Gemeindeschwester, fuhr einen Käfer. All die Menschen um mich herum in meinen frühen Jahren, wirkten auf mich sehr alt, mit zerfurchten Gesichtern und emotional kühl und distanziert.

Ausgelacht zu werden von Erwachsenen und später auch von Mitschülern ist für mich ein Horror gewesen. Ich war froh, vor allem in der Schule, wenn der Kelch an mir vorüber ging. Wenn andere Ziel von solchen Beschämungen wurden.

Meine Stimme ist von daher nicht von Anfang kraftvoll gewesen. Eher leise und etwas zu hoch. Laut sein im Haus und auf dem Hof war nicht angesagt.

Später in diversen Aus- und Weiterbildungen habe ich dann Prozesse nachgeholt und öfter bin ich über meine Stimmkraft und die Wirkung auf mein jeweiliges Umfeld überrascht gewesen.

Diese Erfahrungen und Reflexionen bestätigen mir, dass die Entwicklung von Ausdruckskraft und Präsenz mit Herkunft und Prägung zusammen hängt.

Es benötigt Erlaubnis, Schutz und die unterstützende Potenz und Kompetenz als Rahmen für einen kraftvollen Ausdruck, eine starke Stimme und einen lebendigen Körper.

In unseren Seminaren und Workshops bieten Claudia Jahn und ich einen solchen Rahmen an und unterstützen Dich in der Entwicklung Deiner Präsenz und Ausdruckskraft. Nimm einfach Kontakt auf und stell Deine Fragen!

www.astik.ch

www.peterbremicker.com